Die Grundprinzipien von Streaming

Hier kommen die Begriffe serverbasiertes und serverloses Streaming ins Spiel. Das serverlose oder HTTP-Streaming kann mit jedem Webserver realisiert werden - das ist ein Vorteil. Der entscheidende Nachteil liegt in der Natur der HTTP-Übertragung über das TCP-Protokoll, das auf sichere und vollständige Datenübertragung ausgelegt ist, wobei der Erhalt der in einzelne Datenpakete zerlegten Videodatei vom Empfänger immer wieder bestätigt werden muss. Das führt zu Unterbrechungen und Nachladen bei zu geringer Bandbreite, so dass gezielt für eine bestimmte Bandbreite inclusive einem gewissen Overhead für Fehlerkorrektur komprimiert werden muss.
Ein weiterer Nachteil beim HTTP-Streaming ist der Wegfall der Steuerverbindung (Play, Pause etc. - der Stream beginnt z. B. bei Stop immer von vorn).

Der Vorteil von HTTP-Streaming liegt in der Verfügbarkeit, da praktisch jeder Webserver diese Möglichkeit bietet. Für gleichzeitiges Übertragen an wenige Clients ist HTTP-Streaming immer noch praktikabel (und kostet nicht zusätzlich).

Die Nutzung eines Streamingservers (= serverbasiertes Streaming) wie z. B. des Real Servers hat eine Menge Vorteile für die Übertragungssicherheit. Es können in einer Datei mehrere Bandbreiten kodiert werden, die allerdings beieinanderliegen sollten (bei Real nennt sich das Multirate - Sure Stream). Entscheidend ist das Übertragungsprotokoll: Statt HTTP (TCP) kommen spezialisierte Streaming Protokolle zum Einsatz wie RTSP/ UDP, die zeitorientiert ausgelegt sind und eine kontinuierliche Übertagung garantieren. Zum Teil wird dabei die dynamische Anpassung der übertragenen Bandbreite an die Netzwerkressourcen bzw. die real vorhandene Bandbreite des Clients unterstützt, jeder User bekommt also die für seine Bandbreite beste Videodatei.
Zusätzlich sind die Player mit einer Fehlerkorrektur ausgestattet: bevor der Stream wegen Netzwerkstau ganz abbricht, wird dann lieber kontinuierliches Audio und ein Standbild übertragen, bis das Nachladen fortgesetzt werden kann.
Mehrere Bandbreitenversionen in einer Videodatei werden an die jeweils real mögliche Verbindungsbandbreite angepasst: der Client mit Modem bekommt die 56K-Version, der mit DSL die entsprechende; stockt die Verbindung bei Netzwerkengpass wird auch bei DSL auf Modem gewechselt.

Für Live Streaming (Live Broadcasting) ist immer ein Streaming Server erforderlich.

Jedes Format hat aus Sicht des Produzenten wie des Konsumenten Vor- und Nachteile: Verbreitung, Standards, Flexibilität, Preis. Für welches System man sich entscheidet, eines ist klar: die 3 Hauptformate sind untereinander nicht kompatibel (neueste Playerversionen versuchen aber zumindest diese unbefriedigende Situation zu verbessern. Der Produzent hat in der Praxis - die Einbindung in Internetseiten - noch einige Hürden mehr zu überwinden.
Hier beginnen die Kompatibilitätsproblme erst richtig ....

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