Quicktimevideo  
 

Das Quicktime-Format ist das Videocontainerformat (mit einer Vielzahl von Codecs) von Apple, wird aber auch für WIN häufig genutzt. Als drittes Streaming-Format setzt auch Quicktime auf die 3 Module Player, Quicktime Pro = Encoder, und entsprechenden Server. Den kostenlosen Player muss man von der Applewebsite herunterladen und dieser lässt sich mit einem Registriercode (gegen 35 €) zu Quicktime Pro upgraden. Das ist dann nicht nur ein Encoder, sondern ein einfaches und effizientes Edittool.
Interessanterweise ist der Quicktimemediaserver kostenlos, und das beste: die Version Darwin Streaming Server gibt es auch für WIN und LINUX (das LRZ der Uni München betreibt z. B. einen).

Unter dem Kostengesichtspunkt spricht also einiges für Quicktime. Faktisch ist das Format aber sehr stark mit dem Mac-Os verschweißt, was wiederum definitiv eine User-Randgruppe darstellt. Es ist halt so, dass die meisten WIN-User nicht bereit sind, die 35€ Eintrittsgeld zu zahlen. Den Player haben allerdings die meisten, weil er oft für Multimedia-CDs genutzt wird. Die Unterstützung von MPEG-4 durch Quicktime 6/7 könnte allerdings zukünftig die Quicktimeakzeptanz steigern.

Aktuell gibt es noch aus dem Cleaner in Premiere 6.0 (nicht mehr in 6.5!) heraus die Möglichkeit, Quicktime-Streamingdateien zu erzeugen. (Natürlich gibt es auch in der Export-Funktion die Möglichkeit, Quicktimedateien mit allen möglichen Codecs zu erzeugen, doch ohne klare Ausrichtung auf Webtauglichkeit.)

Gestartet wird der Cleaner über Datei/ Export Timeline/ Save for Web.

Im Fenster Save for Web auf Select a Setting klicken und es klappt ein
Dropdownmenü
auf:

 
   
 

Dort wählen wir Quicktime Progressive Download und dann Medium-size movie.
Für Modemverbindungen wird Small Movie empfohlen, was durchaus wörtlich zu nehmen ist bei 160 x 120. Medium-size ist dann 240 x 180 und funktioniert erfahrungsgemäß auch bei Modems ohne Stocken.

Was heißt Progressive Download? - Die Datei wird gepuffert (die ersten Bilder werden vorgeladen) und relativ schnell startet der Clip. Das ist wirklich simples Streaming über einen normalen Webserver (HTTP-Streaming).
Bei Select a setting lässt sich auch ein Settings Wizard starten, der durch mehrere Entscheidungen führt, letztlich aber nicht genauere Einstellungen zuläßt.

 
   
  Ein Klick auf Start und der Speicherort wird festgelegt und bestätigt. Jetzt startet der Encodingvorgang.  
   
     
   
 

Zusätzlich zur Streamingdatei wird eine HTML-Seite erzeugt, in die der Player eingebettet ist.

Der Code schaut beängstigend simpel aus: <embed SRC="stours33.mov" WIDTH=320 HEIGHT=256 AUTOPLAY=true CONTROLLER=true LOOP=false PLUGINSPAGE="http://www.apple.com/quicktime/">

Auch hier gilt: die Webseite kann nach Belieben bearbeitet und gestaltet werden, es gibt ein Menge Parameter für den Player, Pfade müssen eventuell beim Hochladen angepasst werden, der ursprüngliche Link zeigt auf die erzeugte HTML-Seite, die im selben Verzeichnis liegen sollte, auch das Video ist natürlich dort. Die Einbindung mit dem <embed> Tag funktioniert so ziemlich mit allen Browsern, wenn das Quicktime-PlugIn installiert ist, nur mit IE 6 kanns Probleme geben, dort kommt dann zusätzlich das <object> Tag zum Einsatz.
Die ClassID von Quicktime ist:
classid="clsid:02bf25d5-8c17-4b23-bc80-d3488abddc6b".

Seltsamerweise funktioniert obiges Beispiel (ohne object!) auch im IE 6.0. Eine Liste der möglichen Embed Tag Attribute gibt es hier.

Die Fenstergröße kann angepasst werden mit einem Javascript (kann wieder Probleme
mit IE machen), target=_blanc sollte obligatorisch sein.

 

 
Quicktime Streaming
Die 2. Option des Cleaners für Quicktime nennt sich Quicktime Streaming, was dann auch einen Quick Time Streaming Server erfordert. Übertragen wird hier mit RTSP, so dass hier das Codieren für verschiedene Bandbreiten Sinn macht: das wären dann die "Alternate"-Einstellungen für bis zu 3 Bandbreiten in einer Datei (der Clip wird in der Tat dreimal codiert).
   
     
   
     
   
 

Statt Metadateien verwendet Quicktime übrigens Steuerspuren, sog. Hinted Tracks. Diese Option gibt es separat in Quicktime Pro, das natürlich noch weitere kompliziertere Einstelloptionen bietet. Hier gibt es dann auch das Codieren in MPEG-4 Streamingdateien! Dazu (und den Haken dabei) später mal mehr ...


 
Fazit:
Für Quicktime sprechen die geringen Kosten, die doch recht einfache Bedienung und die realitiv wenigen Kompatibilitätsprobleme. Allerdings ist das Quicktimeformat das mit der höchsten Dateigröße in Kombination mit der schlechtesten Qualität bei elend langen Rechenzeiten. Und dabei meine ich wirklich hoch, schlecht und lang.
Zur psychologischen Fixiertheit auf das Macsystem kommt das Desinteresse der WIN-User (auch psychologisch) - insgesamt spielt Quicktime also eine untergeordnete Rolle im Streaming (deshalb ist dieses Tutorial auch so kurz).
PS: Apple holt sich die Kohle woanders: beim Einstiegspreis für sein teures Spielzeug.
Nicht alle Macuser sollten sich hier persönlich angegriffen fühlen .... es dürfte schon klar sein, wer gemeint ist.

Ich sehe also absolut keinen Grund, Quicktimevideos anzubieten - Speicherplatz auf Webservern ist ja auch nicht umsonst. Ein echtes Bonzenformat für die, die alles (und einen teuren Mac) im Überfluss haben. (Kein normaler Mensch kauft einen Mercedes mit dem Platzangebot eines Smart und dem Motor eines Lada und fährt damit dann auch noch steile Alpenpässe). Grosses Maul und schickes Design reicht halt nicht.
 
     
  Wie lässt sich der Quicktime Player optimieren?
Wir öffnen im Menü Edit/ Preferences/ QuickTime Preferences:
 
Im Fenster "QuickTime Settings" befindet sich ein Dropdownmenü mit den Einstelloptionen:

Die wichtigsten sind die "File Type Associations", in denen die von Quicktime unterstützten Medienformate ausgewählt werden: auch hier möglichst die verschiedenen Quicktimefileformate und evtl. noch MPEG-4.

Mehr ins Detail geht schon die Option "Browser Plug In":

Für die Einbindung in Webseiten sollten die gezeigten Optionen aktiviert sein.

Die Option "Streaming Transport" stellt das verwendete Übertragungsprotokoll ein:

Für Streamingserver ist dies bekanntlich RTSP, über normalen Webserver geht HTTP.
So macht es Sinn, diese Auswahl vom Quicktime Player automatisch erledigen zu lassen. Prinzipiell funktioniert das Quicktimestreaming sehr zuverlässig.

Das effiziente Werkzeug für Quicktimestreaming (und für MPEG4) ist allerdings die Quicktime Proversion.

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