Encoding mit Real Producer Plus
(aus Premiere 6.0)
Vorbemerkung: Das Encoding mit dem Real Producer (auch mit Helix Producer) belasse ich so, auch wenn es veraltet ist. Das aktuelle Premiere 1.5 bietet über die Option des Adobe Media Encoders weiterhin die Real-Konvertierung in Real Media 9 an (= Helix). Nur hier kann die Pixelgröße verringert bzw. geändert werden, ansonsten erinnern die (versteckten) Einstellungsmöglichkeiten an den Helix Producer.....
Achtung: Mir persönlich ist die ganze Realkiste mittlerweile ziemlich egal. Es interessiert mich einfach nicht mehr, schon weil ich keinen Realserver (Strato) mehr habe. In erster Linie sind mir die ganzen Einschränkungen einfach zu blöd, kostet Zeit & Nerven, letzteres unbezahlbare Ressourcen.
Fairerweise lass ich aber die Tutorials noch online.


Das Real-Encoding ist möglich (ohne 200 Euro zu zahlen) mit der Editingsoftware Premiere 6.0 und 6.5 (und 1.0/ 1.5), welche im Menü Datei unter Schnittfenster exportieren (1.0/ 1.5 unter Adobe Media Encoder) die Option Advanced RealMedia Export bietet.

 
   
  Beim ersten Mal kann es sein, dass die übliche Real-Nerverei abläuft (die Konfiguration müsste noch abgeschlossen werden, indem man sich schnell mal bei Real registriert; natürlich ist mit der Konfiguration alles o. k. und das hier ist dummschlechte Panikmache - also: Cancel und dann Exit), normalerweise öffnet sich nun das Hauptfenster:  
   
   
 

Erst mit einer Firewall merkt der geneigte (und misstrauische) User, was alles so hinter seinem Rücken abgeht.

Die Einstellungen für das Encoding sind recht übersichtlich:

 
   
 

Unter Settings haben wir jeweils 4 Auswahlmöglichkeiten für Audio und Video.

Audio
bietet Voice Only, Voice with Background Music, Music, Stereo Music - hier kann intuitiv ausgewählt werden.

Video bietet Normal Motion (ist meistens die beste Einstellung), Sharpest Image (weniger Keyframes, also geeignet für bewegungsarme Videos), Smoothest Motion (geeignet für actionreiche Videos mit viel Bewegung) und Slide Show (das sind dann wenige Frames in sehr guter Qualität, das ruckelt dann nicht schnell, sondern laaangsam).

Ist die Option Multi-rate SureStream aktiviert, können mehrere Bandbreiten in eine Streamingdatei gepackt werden, was aber nur Sinn macht, wenn über einen Real Server gestreamt wird, der die jeweils beste Verbindung nutzt.
Beim Streamen über einen normalen Webserver reicht Single-rate für eine einzige bestimmte Bandbreite. Sollen also verschiedene Zielgruppen mit jeweils passenden Bandbreiten versorgt werden, müsste demnach für jede Bandbreite die jeweils passende Streamingdatei erstellt und bereitgestellt werden. Wer es hier allen recht machen will, hat richtig viel Arbeit (es gibt aber eine Lösung über eine SMIL-Datei).

Auf der rechten Seite können die Infos eingegeben werden, die beim Abspielen des Videos in der Playerleiste angezeigt werden. Des weiteren muss ein Speicherort für das fertige Video bestimmt werden.

Rechts unten kommt der entscheidende Vorteil der Plus-Version: die Möglichkeit zu skalieren, d. h. von Original DV mit 720 x 576 beispielsweise auf 320 x 240 Framegröße zu verkleinern. Das spart richtig viel Arbeit!

Weitere "Pluspunkte" der Plus-Version finden sich, wenn wir auf den Button Preferences klicken:

 
   
  Unter "General" kann eingestellt werden, ob der User das Realvideo herunterladen kann. Zumindest muss er dann ein Tool wie z. B. Streambox VCR haben, um das Video "abzugreifen".
Unter "SureStream" kann die Abwärtskompatibilität für ältere Realplayer eingestellt werden. Dies geht nicht für Single-rate-Dateien!
Unter "Videofilter" sind diverse Einstellmöglichleiten, die beim Helix Producer beschrieben sind. Unter Videocodecs wird es dann wieder interessant:
 
   
  Hier stellen wir das 2-pass Encoding (bietet auch der Helix) ein, und das Variable Bit Rate Encoding (VBR), das für effizientere Codierung im Vergleich zu CBR (Constant Bit Rate Encoding) sorgt.
Achtung:Bei Multirate-Surestream ist Variable Bit Rate Encoding nicht möglich. Surestreams haben kein VBR. Also nur für Singlerate VBR aktivieren. Im Helixproducer hätte die Datei bei VBR dann die Endung *.rmvb.
Die Option 2-Pass Encoding soll angeblich bei konstanter Bitrate (CBR) nur bedingt sinnvoll sein. Selbst Real geht hier von keinen wesentlichen Verbesserungen aus. Nach meinen Erfahrungen werden die Dateien mit 2-Pass allerdings schon deutlich kleiner - also am besten immer aktiviert lassen.
Loss Protection ist eine weitere Methode von Real, um stabile Übertragung auch bei schwankenden Bandbreiten zu gewährleisten.
Die Plus-Version hat also einige wichtige Vorteile und das Encodieren aus dem Schnittprogramm heraus ist außerdem sehr komfortabel.
 
   
  Mit Klick auf O. K. startet der Encodingvorgang. Bei 2-Pass bedeutet dies 2 Durchgänge: 1. Analyse, 2. Encoding  
   
 

Hier wird allerdings nur ein winziges Fenster mit den nötigsten Anzeigen geboten, im Gegensatz zum Originalproducer mit den beiden Screens für Quell- und Encodingvorschau.
Die Version für Premiere ist halt doch in einigen Punkten reduziert (das originale Encodingfenster des Producer Plus hat ja auch die Menüleiste mit weiteren Tools wie Real-Edit oder Create Webpage).

Das fertige Video liegt dann als *.rm-Datei auf unserer Festplatte.
Für diejenigen, die keine Schnittapplikation wie Premiere nutzen, soll die Handhabung des aktuellen Helix Producer Basic erläutert werden. Zum Glück hat Real hier doch etwas mehr Optionen freigeschaltet, als beim 8.5 Basic, so dass trotz einiger Einschränkungen ausreichend komfortabel gearbeitet werden kann.

Fazit: Wegen der Möglichkeit, direkt auf z. B. 320 x 240 zu skalieren, arbeite ich bevorzugt mit Real Producer Plus 8.5 in Premiere. Dabei ist auch Kompatibilität für den "alten" Real Player 8 gewährleistet.
Je nach Video encodiere ich eigentlich nur 2 Varianten als Multi Rate-Surestream (ohne VBR sowieso, aber mit 2-Pass) für 56k mit Corporate LAN = 100k, und Single ISDN mit 256k DSL, also mit jeweils 2 Bitraten in einem Stream - der 256k nur für schnellgeschnittene und detailreiche Videos. Das Ganze immer mit der Einstellung "Normal Motion Video".
Wie das Fenster "Statistics" zeigt, werden Substreams vom Producer erzeugt, also meistens insgesamt 5 für 2 Bitrates, die so den sog. SureStream ermöglichen, indem je nach Verbindungskapazität auf den jeweils passenden umgeschaltet wird. Sollte ich HTTP-Streaming benutzen, wird immer die kleinere Bitrate verwendet (natürlich macht es viel Sinn, ein solches File neu zu encodieren, um die optimale Dateigröße zu erhalten!).

Achtung: Die Idee, nur für eine Bitrate einen Multirate-SureStream zu encodieren, ist ausgesprochen dämlich - es wird zwar nur ein Substream mit encodiert (ein gewisser Overhead ist also da), aber die Dateigröße ist seltsamerweise höher als mit 2 oder mehr Bitraten. Alles unter 100k bei 320 x 240 ist übrigens unansehnlich - so weit ist es mit dem Encoding noch nicht - und dies gilt auch noch für den angeblich verbesserten Helix Producer (Real 9). Richtig gut ist Realvideo erst bei 256k!! Pro Minute Video ist dann mit ca. 2 MB zu rechnen (je nach Inhalt).

Tipp: Eine schlechte Eigenart des Real Producers ist es, das encodierte Video zu dunkel darzustellen - jedenfalls habe ich oft diesen Eindruck. Bei dunklem Ausgangsmaterial also schon in Premiere eine leichte Aufhellung berechnen lassen!
Noch ein Tipp: Im originalen Real Producer Basic 8.5 gibt es unter File die Option Edit RealMedia File: hier lassen sich Clipinfo (Schreibfehler!) und File Properties von *.rm-Files noch nachträglich ändern. Mit Save wird das korrigierte File abgespeichert (wenn das Problem mit dem Schreibschutz der rm-Datei gelöst ist).

 
     
 

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