Formatedschungel
in der Praxis - Lösungen und Tipps Unausweichlich
ist mittlerweile die Umstellung auf 16 : 9 Breitbildvideo. Flachbildschirme
setzen sich durch, ob als TV- oder Computermonitore, 4 : 3 - Monitore
gibt es neu schon gar nicht mehr zu kaufen. Unschöne schwarze Seitenränder
und verzerrte/ gestauchte Bilder ("Eierköpfe") werden bei
den aktuellen Bildschirmen durch die Festlegung auf 16 : 9 vermieden. Irritierend ist auch ein näherer Blick auf die Pixelgrößen: DV-AVI in 4 : 3 hat 720 x 576 pxl., DV-AVI in 16 : 9 wird vom Schnittprogramm ebenfalls mit 720 x 576 pxl. angegeben, tatsächlich sind es aber 1024 x 576 pxl.. Das Video wird also gestreckt dargestellt: man nennt das "anamorph" (manche Schnittprogramme verwenden diesen Begriff tatsächlich). Also: das Schnittprogramm zeigt uns im besten Fall korrekt, wie der Film tatsächlich aussieht. Wird aber z. B. 4 : 3 in ein 16 : 9 - Projekt eingefügt, hat es rechts und links schwarze Ränder. |
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Anmerkung: Die DVD muss natürlich ebenfalls in 16 : 9 erstellt werden. Über HDMI- oder DVI-Kabel können mit modernen DVD-Playern dann auch Computermonitore direkt angesteuert werden. Achtung Falle: Widescreen-Computermonitore können je nach Grafikkarte mit verschiedenen Auflösungen betrieben werden. Verzerrungen passieren hier schnell! Dann zeigt auch das Schnittprogramm nix korrekt an. Toller Fortschritt.
Der Decodier- und Encodieraufwand für den PC ist
bei AVC-HD nur noch mit den schnellsten aktuell erhältlichen PCs
zu schaffen, selbst HDV (MPEG2) erfordert mindestens einen Dual- oder
besser Quadcore. |
Aber zurück zur Praxis: Die Vielzahl von Codecs ist in der Tat ein Problem. Windows unterstützt von Haus aus nicht alle Kamera- und Videoformate (der Grund: Lizenzgebühren). Deswegen müssen solche Codecs nachinstalliert werden - praktisch wird dies bei der Installation eines neuen Schnittprogramms gleich miterledigt. Und im Bestfall kann dann jedes Video importiert werden ( wenn auch die Aufnahmetreiber der Kameras mit an Bord sind!). Wenn dann aber schon die verschiedenen AVC-HD-Kameras in ihren verwendeten Videocodecs nicht kompatibel sind (AVC-HD ist nicht gleich AVC-HD), wird schnell klar, dass hier die hinterfotzigsten Fallen lauern. Die Details der jeweiligen Videocodierung bleiben der Phantasie der Codec-Programmierer überlassen, solange das Endergebnis den Vorgaben des MPEG2 bzw. MPEG4-Standards entspricht. Und der kennt auch 1280 x 720 pxl. - und die Unterscheidung zwischen Interlaced und Progressive - also "i" und "p". Ein älteres Tutorial zu dieser Problematik existiert bereits hier. Es beschreibt Lösungen für Webvideo (= Darstellung am PC-Monitor). - Zur Erinnerung: Aus historisch-technischen Gründen verwend(et)en alle 50- und 60-Hz-Röhren-Fernsehgeräte das Zeilensprungverfahren, bei dem keine Vollbilder (frames) sondern Halbbilder (fields) dargestellt werden. Jedes Halbbild besteht nur aus der Hälfte der Bildzeilen eines Vollbildes. Es wird immer abwechselnd ein Halbbild mit den ungeraden Bildzeilen ("Oberes Halbbild zuerst" oder top field) und eines mit den geraden Bildzeilen ("Unteres Halbbild zuerst" oder bottom field) dargestellt. Ursprünglich wurde das Zeilensprungverfahren in der Anfangszeit des Fernsehens eingeführt, um mit dem damaligen Stand der Technik ein halbwegs flimmerfreies Bild zu gewährleisten. Heutzutage stellt dieses Verfahren jedoch ein echtes Problem dar, denn es ist für moderne Bildschirme (LCD, Plasma, DLP) ungeeignet und beeinträchtigt die Bildqualität. Bis heute werden aus Kompatiblitätsgründen aber bei praktisch allen Fernseh- und Videosignalen keine Vollbilder, sondern Halbbilder übertragen. Beim in Deutschland üblichen PAL-Standard sind es beispielsweise nicht 25 Vollbilder sondern 50 Halbbilder pro Sekunde. Ein solches Signal bezeichnet man als „interlaced“ (verwoben). Ein näherer Blick auf die Projekteinstellungen in Premiere Pro zeigt das Problem: DV hat das untere Halbbild zuerst:
HDV 1080i hat das obere Halbbild zuerst:
Und da gibt es noch HDV 720p mit Vollbildern, dass aber fast kein Camcorder erzeugt (und Achtung: hier hat es 30 Frames pro Sekunde = NTSC):
Der Sequenzmonitor
von Premiere zeigt in folgendem Screenshot falsche Halbbilddarstellung,
die sog. Kammartefakte.
Ursache
ist meistens eine falsche Halbbilreihenfolge. In
diesem Fall wurde in einem HDV-Projekt auch DV-Footage verwendet. Abhilfe
bietet ein Rechtsklick in den falsch dargestellten Clip im Schnittfenster,
um dann im Kontextmenü die Halbbildoptionen
aufzurufen:
Hier kann man durch gezieltes Ausprobieren den Fehler beseitigen - Ausprobieren deshalb, weil auch mal das gerenderte Video auf einem TV begutachtet werden sollte (was bei HDV schon nicht mehr so einfach ist). Manchmal zeigt die Darstellung im Sequenzmonitor von Premiere gruselige Kammartefakte - am TV-Gerät ist das Video aber o. K.. Die Lösung für die Zukunft wären Vollbilder (Progressive), aktuelle TVs können diese schon autoatisch korrekt darstellen (Computermonitore sowieso). Manchmal ruckelts halt bei Schwenks und schnellen Bewegungen ("digital" bringt jede Menge neue Bildstörungen hurra...). Und so sieht
auch Wikipedia das Problem:
Mehr zu Quadratpixelnin der nächsten Folge ....... (ein vergleichsweise kleines Problem)
Beispiele:
HDV benutzt 25 Mbitps Bandbreite, AVC-HD eher weniger, Arte HD sendet
mit 12 Mbps und 720p50, HDTV geht aber auch mit 8 Mbps und 1080i in ausgezeichneter
Qualität. Ein Vergleich: DVB-T liegt teilweise unter 2 Mbps und produziert
bei viel Bewegung im Bild Pixelmatsch. Da ist es ratsam, reichlich Hintergrundwissen zu haben. Auch wenn viele Programme alles mit dem berühmten Mausklick versprechen....... |
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