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Aufgrund
der geringen Bandbreite des aktuellen Internets müssen Dateien komprimiert
werden. Das gilt z. B. für Bilddateien und natürlich ganz besonders für
Videodateien. Zur Kompression werden verschiedene Kompressionsformate
bzw. Codecs verwendet.
Codecs basieren darauf, redundante (überflüssige) Informationen
beim Encodingvorgang wegzulassen ("herauszurechnen") und beim Decodingvorgang
im entsprechenden Player wieder hinzuzufügen ("hinzuzurechnen").
Die bei AV-Inhalten verwendeten Kompressionsalgorithmen erzeugen dabei
verlustfreie und verlustbehaftete Kompression
(= Verkleinerung der Videodatei).
Ein Blick auf die Parameter von Video einerseits und auf die möglichen
Bandbreiten andererseits, zeigt, wie extrem komprimiert werden muss.
Typischerweise wird heutzutage von DV-Material ausgegangen - der Film
wurde also in DV aufgenommen und nachbearbeitet (z. B. in Premiere). DV
hat eine Bildgröße/ Auflösung von 720 x 576 Bildpunkten bei 25 Bildern
pro Sekunde, die mit 24 Bit Farbtiefe abgetastet werden, das sind 243
000 Kbit/s plus ein bisschen mehr für den Audioanteil. Aber es reicht
auch so, zu erkennen, dass angesichts der läppischen 56 Kbit/s einer Modemverbindung
in dramatischem Umfang komprimiert werden muss. Die Encoder stellen alle
eine Anzahl von voreingestellten Profilen für verschiedene Bandbreiten
bereit, die guten Gewissens übernommen, aber natürlich auch verändert
werden können.
Für Audio ist zu beachten, dass die Qualität des Tons den Gesamteindruck
der Filmübertragung deutlich stärker beeinflusst als die Qualität des
Videos. Es ist insofern besser, sich für einen Musikcodec zu entscheiden,
der bereits in Mono aufgrund der größeren Frequenzbreite und Dynamik besser
klingt als ein Sprachcodec in Stereo. Stereocodecs sollten erst bei
höherer Bandbreite genutzt werden.
Die entscheidende Komprimierung der Videodatei wird aber erst beim Encoding
der Videoparameter erzielt: entscheidend sind hier Bildgröße (Framesize),
Bilder pro Sekunde (Framerate) und Auflösung des jeweiligen
Codecs (ein aktueller Codec ist meist besser und effizienter).
Nachdem bei den Streamingvideocodecs die Kompression auf Bildgruppen (I
- P - B Frames) und Bildblöcken basiert, ist die Häufigkeit des Auftretens
von Blockartefakten wichtigstes Kriterium für die Bildqualität. Ein weiterer
unangenehmer Nebeneffekt bei hoher Kompression = (für niedrige Bandbreiten),
sind Unschärfen, bei denen oft nur Bildteile verwischt erscheinen (VBR
wäre hier ein Lösungsansatz). Schlechte Qualität wird außerdem sichtbar,
wenn der Bildfluss unangenehm ruckelt (stockt), was durch Verbindungsprobleme
noch forciert wird.
Der Status Quo ist immer noch nicht befriedigend: erst ab ISDN-Bandbreiten
und mit sehr kleinen Bildgrößen wird die Bildqualität akzeptabel. Interessant
wird das Ganze bei 320 x 240 Framesize (hier verabschiedet sich das "Mäusekino"),
doch dann wird man erst mit Kodierung für DSL-Bandbreiten glücklich und
zufrieden sein.
Problematisch ist also nach wie vor das Encoding für Modembandbreiten.
Priorität beim Encoden hat in jedem Fall die Übertragungssicherheit,
d. h. dass konstant und ohne Stockungen übertragen wird.
Ein
Blick auf die voreingestellten Profile der Encoder verdeutlicht diesen
Sachverhalt sehr anschaulich.
Bei der Auswahl der Profile ist also entscheidend die Bandbreite der anvisierten
Zielgruppe zu beachten, da sich danach die Übertragungssicherheit bestimmt:
ein ständig abbrechendes Video in besserer Qualität wird vom Zuseher als
störender empfunden, als ein kontinuierlich übertragenes in geringerer
Qualität (auf die Bedeutung des Audioanteils wurde bereits verwiesen).
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