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ActiveX
ActiveX ist
Microsofts Antwort auf die plattformunabhängige Programmiersprache
Java. ActiveX ist insofern proprietär und nur in den aktuellen Versionen
des Internet Explorers integriert. Nachdem ab IE 5.5 SP 2 das PlugIn-Modell
von Netscape mit dem <embed>-Tag nicht mehr funktioniert, müssen
Video- ,Sound-, Multimediadateien seitdem über eine ActiveX-Komponente
in eine Webseite eingebunden werden. ActiveX funktioniert nur im IE auf
Win-Systemen, andere Browser oder Plattformen wie der Mac oder Linux werden
nicht unterstützt.
Da laut Statistik mindestens 80 - 90% aller Surfer mit dem IE unterwegs
sind, ist demnach demütige Anpassung an die Marktübermacht und die unvergleichliche
Userfreundlichkeit des Großkonzerns nötig - und das bedeutet doppelte
Arbeit, wenn alle Plattformen bedient werden sollen.
Seiten, deren Multimediainhalte früher mit einem, einzelnen HTML-Tag dargestellt
werden konnten, müssen neben dem für Netscape-PlugIns zuständigen <embed>
nun auch das für ActiveX-Module genutzte <object>-Tag enthalten.
Dabei wird der <embed>-Teil im <object< -Tag verschachtelt,
Browser, die letzteren nicht verstehen, verarbeiten also nur den <embed>-Tag
und rufen somit den entsprechenden Multimediaplayer auf. Die Identifizierung
des benötigten Players nutzt den in classid bezeichneten Zahlen-
und Zifferncode zur eindeutigen Identifikation. Die codebase kann,
muss aber nicht aufgeführt sein, wenn der benötigte Player bereits vorhanden
ist. Wie beim Parameter pluginspage für den <embed> -Tag
könnte so der Player vom Browser nachträglich automatisch heruntergeladen
werden.
Über eine Vielzahl Zusatzparameter kann das Aussehen und Verhalten des
Players bestimmt werden. Genaue Anleitungen dazu gibt es in den Real-
und Winmediatutorials.
Dort werden einige allseits kompatible Quellcodes vorgestellt, wobei nicht
verschwiegen werden soll, dass 100% Funktionssicherheit niemals garantiert
werden kann - schon allein die Vorstellung der real existierenden völlig
verpeilten Bürocomputer der meisten Surfer kann Albträume hervorrufen.
Ausnahmsweise trampeln hier also nicht wie üblich die Programmierer auf
den Nerven der Kreativen herum, sondern es sind schlicht und ergreifend
die bekannten Machtinteressen eines berühmten Großkonzerns, der nicht
von ungefähr in den USA vor Gericht gezerrt wurde. Auf der Marketingseite
steht die Größe des Multimediageschreis diametral entgegengesetzt zur
realen Bedeutung von Multimedia im Web.
Fazit: Ich
programmiere also z. B. Realvideo mit dem zugehörigen ActiveX-Control
und der eingebetteten PlugIn-Variante, so dass es prinzipiell auf allen
Plattformen läuft. Das ist soweit o. k. und machbar - doch ist dies bis
jetzt nur aus der Sicht des Videokreativen beschrieben, der Videofilme
online stellen will.
Leider verbirgt sich hinter ActiveX eine hochbrisante Problematik: Aktive
Inhalte wie Java, Javascript oder ActiveX sind Anweisungen, die vom Browser
bzw. von speziellen Interpretern auf dem PC des Surfers ausgeführt werden
(statische Inhalte wie Texte und Bilder werden lediglich vom Websurfer
abgerufen und vom Browser dargestellt). Theoretisch besteht damit die
Zugriffsmöglichkeit auf dessen Ressourcen und Daten. Eine ActiveX-Control
kann alles machen: Lese- und Schreibzugriff auf Daten, beliebige Hardware
ansteuern und z. B. die Festplatte formatieren - alles was ein Programm
auch kann. Im Gegensatz zu Java verzichtet Microsoft auf ein ordentliches
Sicherheitskonzept, stellt nur mehr oder weniger häufig Patches bereit,
welche bekannte Sicherheitslücken stopfen sollen - grotesk angesichts
der Tatsache, dass ActiveX für Sicherheitsfanatiker eine einzige Sicherheitslücke
darstellt.
So wird also logischerweise häufig die Empfehlung gegeben, ActiveX komplett
abzuschalten. Dies geschieht im Internet Explorer unter Extras/
Internetoptionen/ Sicherheit und dort den Button "Stufe
anpassen" anklicken.
Es öffnet sich folgendes Fenster:
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Wer
will kann hier jeweils die Option Eingabeaufforderung aktivieren
(das kann zwar evtl. zu einer Flut von Abfragefenstern führen, aber Sicherheit
ist doch mindestens das drittschönste Gefühl...).
Wird ActiveX komplett deaktiviert ist das schön blöd für Webvideo. Denn
tatsächlich ist die Gefahr, dass bei der Videoeinbindung "böser" Code mit
auf den PC des Surfers eingeschleust wird, zum Glück ziemlich gering.
Die spezifischen Steuerelemente der einzelnen Video- und Multimediaplayer
sind recht übersichtlich und können im Quellcode ein bisschen kontrolliert
werden (was allerdings genau hineinkompiliert wurde weniger). Beruhigender
ist da schon, dass es sich zumeist um von MS zertifizierte Komponenten handelt,
die laut MS ausreichend sicher sind. Im übrigen haben wir Videokreative
üblicherweise keine Hackerambitionen oder sonstige Hintergedanken - wir
sind schon froh, wenn die Videos sauber laufen und die Programmierung keine
Kopfschmerzen verursacht hat....
Zum Schluss soll noch darauf verwiesen werden, dass sich MS bereits wieder
vom ActiveX-Modell zu verabschieden gedenkt - und, dass es auch ein ActiveX-PlugIn
für den aktuellen Netscape Navigator gibt. Aber dieses Durcheinander scheint
ja für Multimedia im Web typisch zu sein - je größer die Geldgier, desto
größer die Verwirrung.
Fast wie im richtigen Leben. |
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